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  • Frankenstein
  • Aber die Wahrheit vertragen sie nicht
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    Kaum ein Leben ist so spannend, so reich an persönlichen Schicksalsschlägen, an Liebe, Eifersucht und Tod, an künstlerischen Krisen, gesellschaftlichem Glanz, romantischen Begegnungen, enthusiastischen Erfahrungen, aber auch an tiefem seelischem Unglück, an Depressionen, Verfolgungswahn und materieller Armut. Nicht nur die Häufung und der schnelle Wechsel von dramatischen Ereignissen machen dieses Leben so atemlos und faszinierend, sondern auch die Entwicklung der "großen" Geschichte im Hintergrund. Mary Shelley durchlebt einen historischen Bogen, der im gerade erst vergangenen Jahrhundert seine Wiederholungen kennt. Ihre Jugend steht unter dem Zeichen von gesellschaftlichem Aufbruch, Gesellschaftskritik, Neuerungswillen, romantischem Enthusiasmus, künstlerischem und politischem Drang nach Befreiung und radikalem Individualismus. Ihr Mann, in vielem ein vorweggenommener Achtundsechziger unserer Zeit, früh verstorben, bleibt der unumstößliche Fixpunkt ihres Lebens, auch wenn Mary Shelley in späteren Jahren in eine Zeit des wiedererstarkenden Konservativismus und der politischen Restauration hineinwächst.
    Karin Priester | Mary Shelley | München 2001



    Es ist eines der großen Werke der europäischen Literatur, einem schauerlichen Leben abgerungen. [...] Ein Roman über Angst, jene Angst, die den buchstäblich Einsamen befällt, und auch über die, die er entbindet, wenn er handelt, als ob er allein auf der Welt wäre, ob nun als Forscher oder als Romantiker. Der Geist, der alles aus sich selbst heraus erschaffen kann [...]. Mary Shelley schrieb auf, was das, buchstäblich genommen, bedeuten würde. Hinter den Übermalungen durch die Gruselliteratur und das Kino ist darum in ihrem Roman eine der großen moralischen Erzählungen der europäischen Literatur zu entdecken.
    Jürgen Kaube

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