Vorschau in vagen Zeiten...

 





Wiederaufnahme!
Ab x.ten Juni laden wir erneut
zum grandiosen Endspiel
vom Meister des Absurden:
Die Stühle
>>> mehr!

Am Boden - GROUNDED

Es gibt auch Brandaktuelles jenseits von Corona:
Der packende Monolog von Autor George Brant (uraufgeführt 2013) gewährt uns Einblick in die Welt des »drohnenbasierten« Kriegs. Vernichtung ohne Feindberührung.
Eine Flugleitstelle nebst Relaisstation steht bekanntlich in Deutschland: die berüchtigte Ramstein Air Base. Von deutschem Boden geht Krieg aus. Dem »unglücklicherweise« immer wieder Zivilisten zum Opfer fallen. Auch für die Bundesrepublik wünschen sich einschlägige Kreise seit längerem bewaffnete Drohnen... und werden sie (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) bekommen.

Die Heldin ist eine F-16-Kampfpilotin, mit Leib und Seele. Ein Adrenalinjunkie. Dann die Begegnung mit Eric. Schwangerschaft, ungewollt. Erstmal Schluss mit F-16. Dafür Samantha, das Kind. Drei Jahre hält sie es aus. Dann meldet sie sich zurück. Doch ihr Arbeitsplatz ist nicht mehr das Blau des Himmels, sondern das Grau der Monitore in einem klimatisierten Anhänger in der Nähe von Las Vegas, von wo aus sie Drohnen über Afghanistan steuert: »War on Terror«. Statt F-16 nun also eine Reaper (»Sensenmann«). Sie kämpft sich weitab vom Schlachtfeld durch surreale 12-Stunden-Schichten; tötet tagsüber »Terroristen«, die kein Gericht je schuldig sprach (der Schießbefehl kommt anonym per Kopfhörer, das Ziel ist kaum eindeutig zu identifizieren), und ist abends Frau und Mutter. Bis die Grenzen zwischen Privatleben und virtuell-realer Menschenjagd sich auflösen und das Grauen sie einholt...

In der Regie von Eos Schopohl
spielt Isabel Kott (Bayerischer Kunstförderpreis Darstellende Kunst 2019).
Und Ardhi Engl ist der Klang-Zauberer...

Voraussichtlich ab Ende August.

Am Jahresende: Endlich wieder SHAKESPEARE!

Uraufführung: Maß für Maß

Eine wahrhaft ungeheuerliche Komödie

Ein Paar vollführt den Beischlaf vor der amtlichen Zulassung. Ein Herzog ernennt seinen Stellvertreter und macht sich unsichtbar. Eine junge Frau will ihr Noviziat antreten. Es wimmelt von Nutten und Fratres. Und Seuchen-Witzen.
Der Ort: Wien.
Was geschieht: Der sittenstrenge Stellvertreter mit Namen Angelo verurteilt den Beischläfer mit Namen Claudio zum Tode. Die junge Frau namens Isabella, Claudios Schwester, soll bei Angelo um Gnade bitten. Der Sittenstrenge verfällt der angehenden Nonne mit Haut und Haar und was sich sonst so regt. Sie solle mit ihm schlafen, dann käme der Bruder frei. Inzwischen ist ein Mönch aufgetaucht. Es ist der Herzog, der inkognito nach dem Rechten zu schauen beabsichtigt...
Was noch geschieht: Ein Zuhälter lernt das Henkerhandwerk. Ein Gefängnisinsasse achtet peinlich auf seinen Suffpegel. Ein Satiriker spaßt sich um Kopf und Kragen. Und am Ende werden alle zu Ehe lebenslänglich begnadigt.

spannend ... irrwitzig ... unglaublich ...

Was treibt den Herzog? Legionen von Gelehrten haben seine Motivlage auf Teufel (bzw. Gott) komm raus interpretiert. Ergebnis: Alles - außer eindeutig. Was Shakespeare uns wissen lässt: Duke überlässt Deputy die Amtsführung (die Drecksarbeit, nachdem er erst »die Zügel schleifen ließ«, wie er bekennt); und gönnt sich selbst – als ungesehener Allessehender - den Einblick in Hirn und Herz der Untertanen. Sozusagen der erste Datensammler. Und am Ende hat die Sammelei ganz offenbar der Befestigung der Macht gedient. Bis morgen.

»In Stücken wie Measure for Measure finden wir Shakespeare startklar fürs zwanzigste Jahrhundert, ließe ihn das siebzehnte nur«, meinte George Bernard Shaw. Wir dürfen das einundzwanzigste getrost hinzufügen.

Zwei Fundamentalisten und ein Drückeberger... Alles ist fragwürdig... Die deklarierten Werte: hohl oder heuchlerisch... Shakespeares Abrechnung mit unserer Zivilisation...? Seine Gestalten: entfremdet von allem, von der Natur, der Vernunft, der Gesellschaft, jeglicher Moral und Ethik... Ein Kosmos des Nicht-Verbunden-Seins...

Für 1 Euro senden wir Ihnen Ihre Tickets zu -
Schicken Sie uns eine MAIL!

Gutscheine verschenken:
MAIL genügt -
wir schicken Ihnen welche.

Vorverkauf
auch über München Ticket, Tel.: 089/ 54 81 81 81

 

 



Münchner Feuilleton

NachDenkSeiten - Die kritische Website