Klangvolles Seufzen unter Hüten

ein Film von Arno Friedrich

Texte von Verena Richter & Ensemble

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Premiere: 27. Mai 20:00 Uhr - weitere Termine im Spielplan


Mit Melda Hazirci, Peter Papakostidis, Sarah Schuchardt Regie Arno Friedrich Assistenz & Aufnahmeleitung Kalinca Vicente Ausstattung & Kostüm Claudia Karpfinger & Katharina Schmidt Texte Verena Richter & Ensemble Kamera & Schnitt Arno Friedrich Musik Jonas Rausch

 


Es wird zuviel geredet, das schlechtet nur Laune.  Hilft da Hüttenkäseessen bis ins spät? Oder doch better ins früh? Auch eine Hirschjagt gestaltet sich schwierig mit verglimpften Gewehr. Der Aufzug nach oben stockt. Ein unerwarteter Showdown in der Wildnis. Wider die Verwertbarkeit  - Crime and blood - Goldrausch an der Würm - no glory in prevention. Eine filmische Auseinandersetzung mit Texten von Verena Richter. Ein assoziativer Bild- und Tonstrom. Miniaturen, Animation, kleinen Szenen und Musik, ein unfertiges Ganzes. Das Theater verwandelt sich für diesen Film in ein Kino.

Länge: 50 min

Nach einigen Kurzfilm- Stop Motion-Experimenten im Teenageralter drehte Arno Friedrich seinen ersten Film 1998 mit 19 Jahren frei nach einer Theaterstückvorlage. Seither entstanden zahlreiche Kurzfilme und 2020 dann mit „womöglich weltfremd“ erstmals eine Verbindung von bildender Kunst und Film in einem eigenwilligen collageartigen Filmformat. Seither experimentiert Arno Friedrich mit "theatralen“ Filmformen, der Einbindung von Live-Elementen in den Film und die Filmvorführung sowie der Vermischung von digitalen und analogen Mitteln. Beispielhaft dafür steht der Bau von Abrollvorrichtungen von mehreren Metern bemalter Leinwand um Kamerafahrten zu simulieren oder abgefilmter Live-Animation auf lichtstarken Tageslichtprojektoren. In Zusammenarbeit mit der Münchner Puppenbauerin und -spielerin Tine Hagemann entstanden 2020 überdies experimentelle Animationsfilme in Stop Motion und Legetechnik für das Pathos Theater München. Nachdem er sich 2019 in der Theaterinszenierung "Victor oder die Kinder an der Macht“ mit einer Vermischung von Punk und DADA auseinandersetzte, geht Arno Friedrich in seiner aktuellen Theaterinszenierung "Leaving Lamento“ in einer Zeit ohne Theater und Publikum mit dem Ensemble der Frage "warum Theater?“ nach.

Verena Richter über Verena Richter:

»Verena Richter sitzt in dieser Socke.«

»Entschuldigen Sie bitte, aber die Frage lautete Wer ist Verena Richter und nicht Wo ist Verena Richter.« 

»Achso.«
Betretenes Schweigen.
»Was macht sie denn dort?«
»Wir wissen es nicht. Wahrscheinlich schreibt sie an einem bahnbrechenden Text über den Pampashasen«
»In der Socke?«
»Oder sie pfanzt einen Knödelbaum.«
»Können Sie nicht klopfen und fragen?«
»Ich? Weshalb klopfen Sie nicht?«
»Na gut, bitte, ich klopfe. Ist ja nichts dabei.«
Klopft.
»Es öffnet niemand. Vielleicht ist sie gar nicht da drin.«
»Ich bitte Sie, wo soll sie sonst sein? Sehen Sie sie irgendwo?«
Blicke umher.
»Je länger ich darüber nachdenke, desto abwegiger kommt es mir vor, in einer Socke zu sitzen. Am Ende machen Sie sich einen Spaß mit mir.«
»Spaß?! Was für ein absurder Gedanke. Immerhin handelt es sich um eine Sitzsocke.«
»Aha, das wusste ich nicht. ... Was soll ich denn jetzt schreiben?«
»Schreiben Sie: Verena Richter ist eine Autorin, die in einer Sitzsocke sitzt und dabei bahnbrechende Texte über Pampashasen verfasst. Eventuell pfanzt sie auch einen Knödelbaum.«
»Also gut, wenn Sie meinen. Besser als nichts.«

Zieht einen Notizblock heraus, schreibt. Stumme Verabschiedung, Vorhang, tosender Applaus (Blumengedecke, Unterhosen etc. fliegen auf die Bühne)

Fotos von den Dreharbeiten