BEN HUR

Rob Ballard

Deutsch von Frank Sahlberger

Premiere 27. Juli 2017



Mit

Katharina Friedl

Ben Hur, Schafhirte, Waise u. v. a.

Wolfgang Haas

Messalla, Schafhirte u. v. a.

Armin Hägele

Cäsar, Alma Ben Hur u. v. a.

Philipp Weiche

Waise, Bill Hur, Arrius u. v. a.


Regie

Philipp Weiche

Raum

Peter Schultze

Kostüm

Johannes Schrödl

Klangdesign

Kai Taschner

Lichtdesign

Stefan Bettinger


Rechte: LITAG Theaterverlag, München



Was zum Teufel ist los im Imperium? Die Judäer tanzen der Besatzungsmacht auf der Nase herum! Noch dazu ist für ein exzeptionelles Reich wie das Römische im gelobten Land außer reichlich Sand nichts zu holen. Und dann das: Ben Hur (jüdischer Prinz, Buch- und Filmheld) wird von seinem Jugendfreund Messala (fieser Verräter und Römer-Knecht) wider besseres Wissen als Verschwörer verurteilt - zu lebenslänglich Galeere. (Obwohl Wikipedia behauptet, dass es diese Strafe im antiken Rom gar nicht gab, die Galeeren seien von Vollprofis gerudert worden.) Ben Hur, der eigentlich eine Frau ist, erweist sich als äußerst tough; anlässlich einer Seeschlacht rettet er (oder sie) dem Galeerenkommandierenden mit Namen Arrius das Leben, woraufhin dieser ihn (oder sie) adoptiert. Ben Hur lernt Rom und die Liebe kennen. Der Geliebte ist leider Cäsar, und wie wir in der Schule gelernt haben, sind die Iden des März seine Deadline. Hass und Rachedurst zerfressen unsere Heldin, und so steuern wir unvermeidlich auf das spektakulärste Wagenrennen aller Zeiten zu...

Mächtige missbrauchen Macht, Balken biegen sich unter zentnerschweren Lügen, Widerstand wird plattgemacht, eine Frau maßt sich Stärke an, Volk grölt und schweigt: Die letzten zweitausend Jahre verzeichnen im Menschheitsbuch keinen wirklichen Fortschritt. So erkennen wir auch in BEN HUR die altbekannten Muster; mühelos unterscheiden wir die Guten von den Bösen - sogar ohne erklärende Einordnung hilfreicher Eliten bleiben hinsichtlich der Message dieses Werkes keine Fragen offen. Geschweige denn Wünsche.


Der Autor, Regisseur und ehemalige Straßenkünstler ROB BALLARD, ein offenbar an "Monty Python" geschulter Brite, setzt bei der Umsetzung des "unaufführbaren Monumentalschinkens"*** auf ein so unzulänglich wie leidenschaftlich nach Größe strebendes Darsteller-Quartett nebst ahnungslosem Regisseur. Es muss also was werden - auf alle Fälle ein heillos ausgelassener, absurder Spaß mit einer Extraportion Slapstick...!

Im Übrigen beteuern die Beteiligten, dass während der Proben keine Pferde zu Schaden kamen.



BEN HUR

basiert auf einer Idee von Ballard und Eddie Izzard

und wurde 1996 von der PERFORMANCE THEATRE COMPANY in London

überaus erfolgreich uraufgeführt; was den damaligen Intendanten des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen Ulrich Burkhardt dazu veranlasste,

das Stück nach "Europa" zu holen. Rob Ballard inszenierte es 1997; es war fast

drei Spielzeiten hindurch ausverkauft. In der Meininger Inszenierung war unser

BEN HUR-Regisseur Philipp Weiche der MESSALA [Die Freunde von theater VIEL LÄRM UM NICHTS kennen ihn als Behringer in DIE NASHÖRNER].






PRESSESTIMMEN


[...] Die Geschichte wurde im Groben beibehalten, jedoch ins Absurde gezogen und ist an Schrägheit kaum zu übertreffen.Und hier muss ich auch eine Warnung aussprechen: wer keinen respektlosen, teils derben Humor, bösartige Witze und völlig überzeichnete Charaktere zu schätzen weiß, wird an diesem Stück und dieser Inszenierung vermutlich keine Freude haben. Ich als bekennender Monty Python-Fan habe jedoch Tränen gelacht!Die Komödie ist extrem gut geschrieben und verknüpft die Geschichte Ben Hurs mit der eines Propheten aus Nazareth, der leider im Laufe des Stücks an einem Kreuz seiner Schreinerei "Josef H. Christus & Sohn" endet...

(Marina Kolmeder, nachtgedanken.de)


Fotos: Hilda Lobinger