DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR

William Shakespeare

Premiere: 24. Juni. 1998


Regie: Andreas Seyferth Übersetzung: Chris Alexander Bearbeitung: Pit Holzwarth Assistenz: Brigit Trinks/Antje Münnich Musik und Toneinrichtung: Kai Taschner Musik und Songs: Frank Zappa Bühne + Kostüme: Irina Schicketanz Kostümanfertigung: Helga Jenitsch Lichtdesign: Jo Hübner Pressearbeit/Technik: Cornelia Rapp



mit

SIR JOHN FALSTAFF

Manfred-F. Wiesner

HERR FLUTH, ANNE PAGE

Bernd Dechamps

HERR PAGE, MARGARET PAGE, PISTOL

Joachim Bauer

QUICKLY, PFARRER EVANS, BARDOLF

Manfred Keller

ALICE FLUTH, FENTON, DR. ROBERT SLENDER

Stefan Maaß

















Diese Weiber -

scharf auf jeden Zipfel, sei er noch so fadenscheinig!

Und Windsors Mannen -

Noch auf dem Glatteis nicht weniger als ein Esel!

Dieser Falstaff -

Von welchem Stoff ernährt er sich eigentlich, der Klops, der elendige, literarische? Doch nicht etwa von den mageren Phantasien braver Bürger?



Fotos: Janine Guldener


PRESSESTIMMEN


Im Saal wartet vor jedem Platz der Brotzzeitteller mit Rettich und Radieschen. Ein satter Duft schwelt im Raum. Offenbar sind wir im Wirtshaus zum stinkigen Socken oder einer dieser Kneipen, wo Shakespeares fetter Junker Falstaff seine Bubenstückchen auszuhecken pflegt. Rülps, und los geht's! Im Theater Viel Lärm um Nichts hat sich Regisseur Andreas Seyferth mit offener Hemdbrust ins Sommerstück gestürzt: "Die lustigen Weiber von Windsor". Ein Schwank, in dem Frauenpower über Männerblödheit obsiegt. Bei Seyferth spielen vier Mannsbilder auch die Frauen, wie zu Shakespeares Zeiten. Ein Spaß, den Etepetete-Gatten Fluth als seine staksbeinige Tochter mit Bassstimme (Bernd Dechamps), den pomadigen Sir Page als seine unzimperliche Popo-Gattin Margret (Joachim Baucher), den hochnäsigen Lover als zimperliche Frau Fluth unter blondem Bubikopf (Stefan Maaß) zu identifizieren. Im wahrlich fliegenden Kostümwechsel: Wer links hinter der Pappkulisse rauskommt, stöckelt im nächsten Augenblick im Rüschenrock um die Ecke... Nur der Schlawiner Falstaff, der es trotz oder wegen seiner zwei Zentner Lebendgewicht gleich auf zwei Ladies (mit gleichlautendem Schmusebrief) abgesehen hat und arg geleimt wird, bleibt bei sich. Ein besonders hübscher Einfall, dass Manfred-F. Wiesner (bayerisch-grüabig in sich und seiner Fülle ruhend) mehrmals im großen Lotterbett aus der Kulisse (Ausstattung Irina Schicketanz) rollt. Ein Fall von Schwerkraft und selbstgenießerischer Lümmellust. Die pointierte Bearbeitung der Bremer Shakespeare Company kippt das umständliche Original flott ins Heute. Seyferth hält die Herren Damen am diskreten Zickenzügel, besonders Stefan Maaß gefällt mit genauen Verwandlungen. [...] Ingrid Seidenfaden