König Ubu

Alfred Jarry

Premiere 11. Januar 2003


Regie + Raum: Ioan Toma

Regieassistenz: Vera Suschko, Leonie Grabler

Übersetzung: Margrit Carls

Lichtdesign: Jo Hübner

Zeichnungen: Petra Scherzer


mit

Andreas Seyferth

Ute Pauer

Elisabeth Wasserscheid

Wolf Friedrich

Kai Taschner


Die Geister von Macbeth und Richard III

verkörpert in der grotesken Leibhaftigkeit des Herrn Ubu

feiern ein wüstes Fest!

Nichts Menschliches ist ihm fremd!

um seinen Nabel kringelt sich die Spirale des Bösen!

Erleben Sie! live!

Papa Ubu auf seinem hochstaplerischen Papamobil:

erbarmungslos erbärmlich! unflätig! tückisch!

und herzlos unschuldig!




PRESSESTIMMEN


...in seiner absurden Boshaftigkeit gerade jetzt wieder von herrlicher Aktualität... Gleichzeitig knüpft damit die Truppe um Margrit Carls und Andreas Seyferth an ihre Produktion aus der letzten Spielzeit an. Der „Ubu“ ist sozusagen auch als Satyrspiel auf ihren erfolgreichen „Macbeth“ zu verstehen... Zentrum des Abends ist Andreas Seyferth... der mit intellektuellem und darstellerischem Witz das Stück über den bloßen Quatsch hinaus ins Satirisch-Wirkliche hebt... Ein putzsauberer Theaterspaß. Münchner Merkur


Ein Gabelstapler ist Spielmacher...- eine glänzende Idee von Regisseur Ioan Toma, denn das riesige Monster entfaltet lautlos, wendig, fast tänzerisch poetische Kraft und stößt die Phantasie der Zuschauer immer wieder aufs Neue an. Nur fünf Schauspieler, eingeführt durch Kai Taschners klug verfremdetes Verlesen von Rollen, Aktangaben und Bühnenanweisungen, springen von einer Figur zur anderen und machen durch grotesk überzeichnetes Spiel und pathetisch ausgestellte Gestik die Wechsel klar. Im Zentrum Ute Pauer und Andreas Seyferth als Anti-Ubu – weniger barbarisch fettes Ungeheuer als tückisch menschenverachtender Machtmensch in dieser surrealen Parodie auf einen Diktator. Margrit Carls hat eine wortkreative Neuübersetzung mit herrlich dadaistischen Verschlingungen und Petra Scherzer sinnlich-saftige Zeichnungen ... geschaffen. Eine kurzweilige Aufführung, die hinter der Posse auch die Politparabel mitspielt. tz (Rose)


Die Spielfläche ist leer – bis auf einen kleinwagengroßen Gabelstapler. Der schnurrt sanft um eine Säule, hebt und senkt seine Holzpalette und macht sie zur Minibühne fürs wüste Treiben des „König Ubu“. Dass ein Gabelstapler mal die Hauptrolle in dem surrealistischen Kultstück spielen würde,hätte sich der 23-jährige Autor bei der Uraufführung 1896 kaum träumen lassen – aber die Idee hätte ihn wohl genauso entzückt wie das Publikum im Theater Viel Lärm um Nichts... Toma treibt rasant und grellkomisch die Reduktion auf die Spitze: Der Gabelstapler ist Papamobil, Bett, Thron, Pferd, Feldherrnhügel und Schiff. Eine Klopapier-Rolle spielt alle Requisiten-Rollen: Schnee, Schwert, Rüstung, Ketten oder Essen. An den Wänden zeigen Petra Scherzers Schwarzweiß-Comic-Zeichnungen Ubus Mord-Karriere, während fünf Schauspieler lustvoll auf die Tube und aufs Gas des Papamobils drücken. Andreas Seyferths Papa Ubu...ist kein fettes Monster, sondern ein listiger, agiler Clown, skrupellos, machtlüstern, geldgeil, verfressen, ganz und gar amoralisch... Ute Pauer spielt eine furiose Sexschlampe mit Goldstöckeln. Ein grotesker Mordsspaß mit Fantasie und politischem Augenzwinkern. AZ (Stern)