TURANDOT

nach Carlo Gozzi & Friedrich Schiller


mit Theresa Bendel, Margrit Carls, Arno Friedrich, Melda Hazirci, Mario Linder Regie Andreas Seyferth Assistenz Tanja Goldmann Übersetzung /Fassung Margrit Carls Raum Peter Schultze Kostüm Johannes Schrödl Klangdesign Kai Taschner Lichtdesign Jo Hübner Technik Max Reitmayer Flyer /PlakatMartina Körner



Man erzählt sich so allerlei.

Dass der Kaiser von China eine männermordende Monsterbestie zur Tochter habe, die ihn zwinge, ohne Ende Krieg zu führen mit rachedürstenden Vätern aus aller Herren Länder. Andere munkeln was von herrschaftlicher Strategie: Die »Bestie« sei reine Erfindung, um sich einer feindlichen Übernahme durch ausländische Prinzen zu erwehren. Der Faktencheck ergibt: Wer immer wähnte (und das waren viele), sein erlauchter Kopf samt der darin befindlichen Hirnkapazität prädestiniere ihn zum nächsten Kaiser von China (während man realiter zu blöd war, die Rätsel einer Frau zu lösen) - fand sich am Ende ohne (Kopf & Weib).

Wir halten fest: Kaiser, Tochter, Freier. Quiz, Kopf ab, Krieg.

Klingt reichlich verfahren. Zeit für ein neues Narrativ. Zeit für LIEBE.

So etwa: Einer (ein Prinz, was sonst, aber ein seines Throns Beraubter) sieht ein Bild und ist hin. (Im Ernst? Verknallt in ein Bild?) Pfeift fortan auf Kopf und Leben (und Militärkarriere). Tod oder Turandot! Dann die Begegnung. Sie: Antlitz verhüllt. Da kann er nicht sehen, was er nicht sehen soll: Dass auch sie »hin« ist.


Uraufgeführt am 22. Januar 1762 am Teatro San Samuele, Venedig.

Die Schillersche Variante ließ Goethe 1802 in Weimar aufführen


Pressestimmen

"Feiner und schräger Witz"

Mathias Hejny (AZ) fasst zusammen: "Wer beim Quiz scheitert, wird geköpft, und das hat bisher kein Bewerber überlebt“. Margrit Carls spielt "mit bedrohlich unnahbarer Würde und doch mit ebenso feinem wie schrägen Witz“ den Kaiser von China, "der ein Problem mit der heiratsfähigen Tochter hat.“ Truffaldino, der "in Gestalt von Arno Friedrich die Fäden zusammenhält“, "im Söder Sound über die Durandodde lästert“, "und in einer fast kabarettistischen Conferénce Handlungen zusammenfasst und kommentiert“, "weiß zwar auch nicht, warum er als italienischer Spaßmacher in Pasing fränkisch spricht“, aber "Seyferth zeigt anregende Bilder, Gozzi bleibt unterhaltsam und nicht einmal auf Puccini muss ganz verzichtet werden.“

Gabriella Lorenz (Münchner Feuilleton) erfreut sich an der "zeitgemäßen, frechen Bearbeitung durch Margrit Carls" und findet: "bis Turandot endlich Stolz und Vorurteil überwindet, und sich der Liebe ergibt macht das ganze Spaß!"