DIE HINRICHTUNG

Bernd Späth

Premiere: 13. September 2000


Regie: Andreas Seyferth Regieassistenz: Christiane Feist Bühne: Erwin Kloker Lichtdesign: Jo Hübner


mit

Axel Scholtz

Josef Parzefall

Barbara Tedeski

sowie

Thomas Kresz

und dem Chor der Philantropen


















"WEIL ALLES VERKIMMT, DA HERIN!"




"I HAB A RECHT AUF AN ANSTÄNDIGE HINRICHTUNG!"


PRESSESTIMMEN


[...] Jetzt ist er also reaktiviert, der Emerenz, richtet sozusagen aus Gefälligkeit hin. Doch nichts ist mehr wie früher [...] Axel Scholtz ist der Emerenz. Dünnhäutig in seiner Gemütlichkeit, hilflos in seinen Anstrengungen. Ein netter Mensch, eigentlich [...]. Aber eben auch einer, der, und das kriegt der Axel Scholtz wunderbar hin, wehleidig mit sich selbst um die Ordnung seiner Lebensabläufe bettelt und dabei völlig wahrnehmungsfrei gegenüber seinem Umfeld agiert, insbesondere natürlich gegenüber demjenigen, den es zu erhängen gilt. Dabei ist der Mörder Demleitner Lorenz so hilfsbereit. [...] Er schraubt, bohrt und hämmert, weil er doch eine ordentliche Hinrichtung seiner selbst haben will. Doch zum einen treibt diese durch nichts zu bremsende Hilfsbereitschaft den Reichelmeier vollends an den Rand Paralyse, zum anderen ist man sich beim Mörder Demleitner nie so recht sicher, ob er nicht so freundlich ist, weil er weiß, dass er damit vielleicht doch noch der Schlinge entgehen könnte. Dies in der Schwebe zu halten, das gelingt Josef Parzefall gut. Bernd Späth hat "Die Hinrichtung" geschrieben, ein Stück, das beginnt wie ein Valentin-Streich, kaum eine Schräge auslässt, um am Ende bitter und böse zu werden. Da tritt dann der lärmende Philantropen-Verein auf, für den die Welt ein Bierzelt ist, in das man sich einen Neger mitgebracht hat, weil das lustig ist und er auch "Oachkatzlschwoaf" sagen kann. [...] Egbert Tholl

"Kopf ab" heißt's ab Samstag beim Schichtl. "Kopf eini" in die Schlinge wird hingegen der Delinquent der schwarzen Komödie "Die Hinrichtung" aufgefordert. Einen süffigen Vorgeschmack auf die Wiesn serviert das Theater "Viel Lärm um Nichts" mit seiner neuen Produktion. [...] Zunächst inszeniert Seyferth die Schauspieler Axel Scholtz und Josef Parzefall als konturierte Holzschnitt-Typen, deren Wortlakonik ebenso sitzt wie der anrührende Eigensinn der stummen Putzfrau (Barbara Tedeski). Hübsche akustische Effekte, gutes Timing bei der krachenden Materialschlacht und gekonnter Slapstick. Dennoch: Der Regisseur ist kein Mann für grobe Komödiantik. Barbara Welter

[...] Das Stranggewinde ist nicht geölt, auch kurz vor dem Tod läuft nichts am Schnürchen. In der Regie von Andreas Seyferth plagen sich im Theater Viel Lärm um Nichts Henker und Mörder standesgemäß, das Unvermeidliche über die Bühne zu bringen. [...] Der Volksschauspieler Axel Scholtz spielt den blamierten Henker in Pension, der sich der Sache "bloß aus Gefälligkeit" annimmt, sein Partner Josef Parzefall den tumben Mörder. Gelenkig balgen sie wie Laurel & Hardy um den Galgen herum. [...] Das Skurrile steigert sich, Ende gut, wenn der größte Totmacher dran glauben muss. Silke Högner