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Ein heißes Herz

Komödie von Alexander N. Ostrowski

eine Produktion von theater VIEL LÄRM UM NICHTS

Schauspiel

Premiere:

3. Oktober 2026 | 20 Uhr​

Vorstellungen: 

Oktober: 8. / 9. / 10. / 15. / 16. / 17. / 22. / 23. / 24. / 29. / 30. / 31. - jeweils 20 Uhr

Dezember: 10. / 11. / 12. - jeweils 20 Uhr / 13. um 18 Uhr

Silvestervorstellung: 18 Uhr

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Drei junge Leute suchen ihren Weg. In einer Welt von mehr und weniger liebenswerten Hanswursten und Scheusalen. 

Das wäre die Kurzfassung von Ostrowskis Komödie aus dem Jahr 1869. Die man auch als Groteske bezeichnen kann. Schräg, überzeichnet, bissig, voll Witz – und Seele.

 

Das "heiße Herz" ist eine junge Frau, die auf den Namen Parascha hört (vielmehr genau das nicht tut); sie hat einen schlafsüchtigen Vater und eine giftige Stiefmutter. Als ihr Geliebter Wasja fälschlich des Diebstahls bezichtigt und zwangseingezogen wird, verlässt sie das verhasste Zuhause in Begleitung des jungen Angestellten Gawrilo, den ihr Vater vor die Tür gesetzt hat. Anders gesagt: Für unsere Drei beginnt eine Art Heldenreise – an deren Ende die Karten neu gemischt sind. 

 

Eine berührende und hoffnungsvolle Geschichte. Aus einer Welt, an der junge Menschen irre werden. Bevölkert von Gestalten, die bescheißen und beschissen werden (wenn sie sich nicht gerade inmitten ihres errafften Reichtums zu Tode langweilen, während sie die »Puppen« tanzen lassen). Ein Ort, wo Himmel einstürzen und sich die Hölle öffnet. 

Komödienstoff eben.

Eine Geschichte, die gut ausgeht, weil ihr Schöpfer es so will. Und dazu eine Figur geschaffen hat, die in all ihrer bisweilen hirnzerreißenden Widersprüchlichkeit mit großem Mut und besagtem heißen Herzen durch ihre Welt geht – und ihr Leben findet.

Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, den man den russischen Molière nannte, hat 47 Komödien, Dramen und dramatische Chroniken hinterlassen. Damit zählt er zu den bedeutendsten und bühnenwirksamsten Dramatikern der russischen Literatur. 

Im Übrigen so europäisch wie Shakespeare (den er übersetzt hat), Marivaux, Beaumarchais, Schiller, Schnitzler,  Dürrenmatt und all die anderen Großmeister der Komödie, die uns im Laufe unserer 40jährigen Hingabe an die Menschenforschung und -darstellung bereichert haben.

 

"Wäre ein Feldzug gegen Schmiergeldempfänger der Mühe wert, wenn sie doch nur Teil einer Gesellschaft sind, in der die Korruption einem geheimen Mechanismus dient? Wäre der Versuch, unter die Haut dieser Leute zu dringen, nicht faszinierender? zu verstehen, wie ihre spezielle Art der Moral funktioniert, Licht zu werfen auf die Logik in ihren Selbstrechtfertigungen?“ Ostrowski

 

"Unter die Haut der Leute zu dringen": Das gelingt Ostrowski meisterhaft. Ohne erhobenen Zeigefinger. Ein scharfer Menschenbeobachter, der weiß, dass man auch der "gruseligsten" Gestalt in seinem Panoptikum nur mit Humor beikommen kann.

 

Nach »Wölfe und Schafe« (2014) ist das unsere zweite Auseinandersetzung mit dem Autor. Damals schrieb die Presse: "Seyferths spielerische und doch präzise Komödiantik macht Lust auf mehr alte Russen." Und bitte sehr.

Mit Judith Bopp, Denis Fink, Julia Klassen, Paul Pakull, Marvin Manio

 

Regie Andreas Seyferth Fassung Margrit Carls Klangwelten Ardhi Engl 

Raum Michele Lorenzini Kostüm Johannes Schrödl Licht Stefan Bettinger 

Technische Einrichtung Max Reitmayer Abendtechnik N. N.

Grafik Martina Körner Plakatmotiv Ardhi Engl  Fotos Robert Haas 

 

Eine Produktion von theater VIEL LÄRM UM NICHTS

Gefördert vom Kulturreferat der Stadt München

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