
theater VIEL LÄRM UM NICHTS wird 40: Anlass, über die Jahre entstandenes Filmmaterial zu sichten und vorzustellen.
An vier Abenden zeigen wir ausgewählte filmische Arbeiten, entstanden seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Kurzfilme, Interviews, kurze Ausschnitte, komplette Aufzeichnungen und ganze Filmarbeiten aus dem von Co-Leiter Arno Friedrich neu aufgebauten digitalen Archiv.
Was genau gezeigt wird, bleibt bis zum Schluss geheim. Erst die Moderation des Abends gibt bekannt, was jeweils zu sehen sein wird (inhaltliche Vorankündigung des jeweiligen Abends weiter unten auf der Seite).
Im Anschluss kann diskutiert werden, es gibt Raum für anekdotisches Erzählen, Mitwirkende über vier Jahrzehnte werden nach Möglichkeit vor Ort sein und freuen sich auf den Austausch mit dem Publikum.
Es gibt Getränke auf Spendenbasis, man kann auch zwischendurch rausgehen, an die Bar, und wiederkommen. Ein offener Kinoraum der Begegnung!
mit Überraschungsgästen aus den gezeigten Produktionen
Konzept, Digitalisierung, Archivarbeit & Recherche: Arno Friedrich
Eine Produktion von theater VIEL LÄRM UM NICHTS
Gefördert vom Kulturreferat der Stadt München
PROGRAMM:
Donnerstag, 11. Juni 20 Uhr:
DIE ERSTE HÄLFTE (1986-2008)
Zeitreise! Wir werfen den Projektor an und hoffen, dass er nicht abraucht, denn das was es zu sehen gibt hat es in sich! Ausschnitte aus Theatermitschnitten & Fernsehinterviews aus den ersten 20 Jahren des theater VIEL LÄRM UM NICHTS. Frisch von der VHS - jetzt digital und zum ersten mal auf Leinwand. Legenden der Freien Szene München.
Viel Lärm um nichts / Romulus der Große / Cholstomer / Richard III / Witwen / Bocksgesänge Ziegenlieder / König Ubu
Dauer: ca. 120 Minuten inkl. 1 Pause
Freitag, 12. Juni 20 Uhr
Ein kompletter Theatermitschnitt, jedoch filmisch anspruchsvoll geschnitten, aus dem Jahr 1996. Wir zeigen zum ersten mal und frisch digitalisiert: DAS WINTERMÄRCHEN von William Shakespeare auf großer Leinwand.
Eingeladen zum IMPULSE Theaterfestival NRW.
Der Bote der göttlichen Macht kommt [...] durch die Hintertür. Gleißendes Licht im Rücken, verkündet er dem rasenden Sizilianerkönig Leontes, dass bei seiner keuschen Gattin Hermione wahrlich kein Grund zur Eifersucht bestehe. Der Tyrann aber [...] hat sich selbst zum Richter erhoben. In Frack und Schärpe sitzt er selbstgefällig auf einem Thron im Publikum. Längst ist er nicht mehr zugänglich für Argumente. [...] Eigentlich ist der erste Teil [...] eine Tragödie. Doch dabei bleibt es nicht. [...] Nachdem Frau und Sohn seiner Tollheit zum Opfer gefallen sind, besinnt sich der eifersuchtskranke Leontes. Gepackt von grausiger Erkenntnis erleidet er die ganze winterliche Kälte seiner selbstverschuldeten Einsamkeit. [...] Das Ensemble [...] führt nach der Pause in der kargen Theaterhalle ein geradezu traumhaft phantastisches Märchen auf. Rollende Kofferschildkröten und liebestolle Vogelpärchen treten in nahezu kabarettreifen Szenen auf. Feuer, Erde, Wasser und Luft treiben ein geradezu überirdisches Spiel. [...] Rainer Haustein als Wilder Mann kuriert die kranke Seele des verkorksten Ehemanns mit brachialer Urgewalt. Andreas Seyferth vollbringt als Leontes ein wahres schauspielerisches Meisterstück [...]. Margrit Carls spielt die kokette Gattin dabei genauso überzeugend wie die stolze Todgeweihte und das rächende Hirngespinst. (Süddeutsche Zeitung)
mit: Margrit Carls, Andreas Seyferth, Rainer Haustein, Klaus B. Wolf, Wolf Friedrich, Markus Sternagel
Regie: Eos Schopohl
Dauer: 2 Stunden, 1 Pause
Samstag, 13. Juni 20 Uhr
DIE ZWEITE HÄLFTE (2009 -2026)
Wir werfen den Projektor wieder an und zeigen Ausschnitte aus Theatermitschnitten, filmischen Arbeiten & Probenexperimente aus den letzten 20 Jahren des theater VIEL LÄRM UM NICHTS. Ein einmaliger Einblick hinter die Kulissen und in die gnadenlose Vielfalt der Projekte. Kurzweilig, komisch inspirierend und voller Hoffnung auf eine Zukunft in der Vielfalt weiterhin gelebt werden wird.
Mit Ausschnitten aus: Bettlers Oper, Anatol, Menschenfabrik, Victor oder die Kinder an der Macht, Briefe an Bäume und Wolken, Parzival, Maß für Maß, Karlos, und viele mehr!
Dauer: ca. 120 Minuten inkl. 1 Pause
Sonntag, 14. Juni 17 Uhr
Zum Abschluss unseres kleinen Filmfestes zeigen wir einen letzten Theatermitschnitt in hervorragender Qualität. Darum gehts:
Ein Mann und eine Frau im zarten Alter von etwa Hundert; ein Turm auf einer Insel im Nirgendwo; eine letzte Fete, zu der das Paar die Menschheit geladen hat (zumindest den mit Rang und Reichtum gesegneten Teil), um eine letzte Botschaft (bzgl. Rettung der Welt) zu verkünden, vielmehr verkünden zu lassen von einem Profi-Redner. Die Besucher strömen, die Alten schleppen die Titelhelden herbei, spielen für sich und die Gäste ihre letzten Spiele, bereden die letzten Dinge, tanzen ihr letztes Tänzchen, sogar der Kaiser lässt sich blicken – oder auch nicht: Denn in Wirklichkeit ist da niemand...
Schaurig komisch: Einsamkeit, Größenwahn, Sehnsucht, Ohnmacht, Wort- und Gefühls-Gespinste: sinnlos ins Leere laufend. Doch, Gott (glänzt auch durch Abwesenheit) sei Dank: Wir sind im Theater, alles ist Spiel, und gespielt wird, was uns dem Leben näher bringt: Dem, was darin wirklich und unwirklich, sichtlich abwesend und unsichtbar anwesend ist. Ein Aus-Blick ins Nichts. Doch vielleicht ist auch das Nichts nur (viel Lärm um) eine Illusion: Alles ist Spiel. Ein grandioses Endspiel vom „Klassiker des Absurden“.
Neugierig? Lasst euch überraschen!
mit: Margrit Carls & Andreas Seyferth
Regie: Eos Schopohl
Dauer: ca. 60 Minuten


